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Was ist die UN-Konvention über die Rechte des Kindes? Am 20. November 1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Alle Kinder auf der Welt erhielten damit verbriefte Rechte auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung. Die Kinderrechtskonvention formuliert weltweit gültige Grundwerte im Umgang mit Kindern, über alle sozialen, kulturellen, ethnischen oder religiösen Unterschiede hinweg. Und sie fordert eine neue Sicht auf Kinder als eigenständige Persönlichkeiten. Alle Staaten mit Ausnahme der USA und Somalias haben die Konvention ratifiziert.

Die 54 Artikel der Konvention verknüpfen erstmals politische Bürgerrechte, kulturelle, wirtschaftliche und soziale Rechte der Kinder in einem völkerrechtlich bindenden Vertrag. Schutz und Hilfe für Kinder sind damit nicht mehr allein von Mitgefühl oder Moral abhängig, sondern die Staaten verpflichten sich, alles zu tun, um Kindern menschenwürdige Lebensbedingungen zu bieten. Die Kinderrechtskonvention beruht auf vier Prinzipien:

Das Recht auf Gleichbehandlung: Kein Kind darf benachteiligt werden - sei es wegen seines Geschlechts, seiner Herkunft, seiner Staatsbürgerschaft, seiner Sprache, Religion oder Hautfarbe, einer Behinderung oder wegen seiner politischen Ansichten.

Wohl des Kindes hat Vorrang: Wann immer Entscheidungen getroffen werden, die sich auf Kinder auswirken können, muss das Wohl des Kindes vorrangig berücksichtigt werden - dies gilt in der Familie genauso wie für staatliches Handeln.

Das Recht auf Leben und Entwicklung: Jedes Land verpflichtet sich, in größtmöglichem Umfang die Entwicklung der Kinder zu sichern - zum Beispiel durch Zugang zu medizinischer Hilfe, Bildung und Schutz vor Ausbeutung und Missbrauch.

Achtung vor der Meinung des Kindes: Alle Kinder sollen als Personen ernst genommen und respektiert und ihrem Alter und Reife gemäß in Entscheidungen einbezogen werden.

Aus diesen Prinzipien leiten sich zum Beispiel das Recht auf medizinische Hilfe, auf Ernährung, auf denSchutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung ab.

Alle fünf Jahre müssen die Unterzeichnerstaaten vor dem UN-Komitee über die Rechte des Kindes Rechenschaft ablegen. In vielen Ländern, so auch in Deutschland, haben sich Nichtregierungsorganisationen zu Nationalen Koalitionen für Kinderrechte zusammengeschlossen, die den Regierungsbericht kritisch kommentieren. Allerdings gibt es keine übergeordnete Instanz, die die Staaten zur Einhaltung ihrer Verpflichtung zwingen könnte. Auch begründet die Konvention keine von Einzelnen einklagbaren Rechtsansprüche.

Die Kinderrechtskonvention ist ein wichtiges Instrument der Zivilgesellschaft. Sie hat das Bewusstsein für Verstöße gegen Kinderrechte geschärft und in vielen Ländern zu besseren Schutzgesetzen geführt. Sie hat auch in den Industrieländern zu mehr Aufmerksamkeit für benachteiligte und ausgeschlossene Kinder geführt. Kinder werden heute ernster genommen und beteiligen sich. Allerdings klafft bis heute zwischen der formalen Anerkennung der Kinderrechte und ihrer Verwirklichung eine tiefe Lücke... weitere Informationen unter www.unicef.de


20 Jahre UN-Kinderrechte. Straßenaktion der Grundschulkinder "An der Marie" in Berlin Pankow. (c) Gustav Wöhrmann
20 Jahre UN-Kinderrechte. Ein Beispiel aus dem Berliner Bezirk Pankow. Zur Dokumentation weiter
Download der wichtigsten Dokumente zu den UN-Kinderrechten im PDF Format

Kinderfreundliche Version der UN-Kinderrechtskonvention

UN-kinderrechtskonvention im Wortlaut

Aktionsideen für die Bekanntmachung von Kinderrechten

Konvention über die Rechte des Kindes. Für Kinder erklärt von Unicef


 

Gesellschaft für politische Bildung und Partizipation UGmbHDie Gesellschaft für politische Bildung und Partizipation UGmbH sowie berlinerNachrichten unterstützen die Aufnahme der UN-Kinderrechte in das Grundgesetz und setzen sich für deren Umsetzung in Deutschland ein.


Links zu weiteren Informationen über die Rechte und der Situation von Kindern und Jugendlichen.
Save the Childern
Save the Children ist die größte unabhängige Kinderrechts-Organisation der Welt. weiter
KindernothilfeDie Kindernothilfe, die 1959 in Duisburg gegründet wurde, ist heute eines der größten christlichen Kinderhilfswerke in Europa. weiter


unicefUnter dem Leitsatz "Gemeinsam für Kinder" setzt sich UNICEF weltweit dafür ein, die Kinderrechte für jedes Kind zu verwirklichen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen wurde 1946 gegründet und arbeitet heute in über 150 Ländern. weiter
terre des hommesterre des hommes Deutschland e.V. wurde 1967 von engagierten Bürgern gegründet, um schwer verletzten Kindern aus dem Vietnamkrieg zu helfen. Der Verein ist unabhängig von Regierungen, Wirtschaft, Religionsgemeinschaften und Parteien und fördert in 29 Projektländern mehr als 450 Projekte für notleidende Kinder. weiter
deutsches kinderhilfswerkDas Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich seit mehr als 35 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Dabei ist die Beteiligung von Kindern in allen sie betreffenden Fragen sehr wichtig. weiter
National CoalitionIn der National Coalition (NC) für die Umsetzung der UNKinderrechtskonve ntion (UN-KRK) haben sich derzeit rund 90 bundesweit tätige Organisationen und Initiativen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammengeschlossen mit dem Ziel, die UN-KRK bekannt zu machen und ihre Umsetzung in Deutschland voranzubringen weiter
Deutscher KinderschutzbundIm Deutschen Kinderschutzbund, 1953 in Hamburg gegründet, sind heute über 50.000 Einzelmitglieder in 420 Ortsverbänden aktiv - und machen ihn zum größten Kinderschutzverband Deutschlands. Sie setzen sich gemeinsam mit über 10.000 Ehrenamtlichen und rund 3.000 Mitarbeitern für Kinder und gegen Missstände ein, drängen Politiker und Verwaltung zum Handeln und packen selber an.
Kunst aus der Dose (c) Gustav Wöhrmann

Die UN-Kinderrechte haben in Deutschland Gültigkeit. Solange, wie andere Interessenlagen nicht gestört werden, oder ein anderes Gesetz das Recht in andere Formen leitet. Die Diskussionen um die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz, werden von der politischen Mehrheit im Bundestag abgelehnt. Unterstützen Sie die Forderung nach Aufnahme ins Grundgesetz und sichern Sie damit die Zukunft der Kinder und Jugendlichen auf Umsetzung Ihrer Rechte.  Auch im Internet kann jede/r die Initiative Kinderrecht ins Grundgesetz durch Online-Unterzeichnung unterstützen und somit den gesellschaftlichen Diskurs fördern. Das Aktionsbündnis Kinderrechte besteht unter anderen aus UNICEF, Deutscher Kinderschutzbund und das Deutsches Kinderhilfswerk.

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